Kinder- und Jugendhilfe & Schule verqueeren!

Online Fachkonferenz 26. & 27. Mai 2021

Sei es in Kindergarten, im Hort, in der Schule sowie im Sportverein, in der Jugendgruppe, oder in der offenen Jugendarbeit –überall werden Kinder- und Jugendliche damit konfrontiert, dass Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit die Norm bilden. Davon abzuweichen kann bedeuten, mit Klischees konfrontiert zu werden und homo-, trans*- und inter*feindlichen Anfeindungen ausgesetzt zu sein. Dieser Druck, den die Jugendlichen spüren, ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar –dabei verursacht er vielfach psychische Belastungen. Pädagog*innen, Ehrenamtliche, Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen wollen oftmals lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans*- und genderdiversen Kindern- und Jugendlichen Unterstützung bieten –doch wie kann das gehen?

Ziel ist es, Methoden, Instrumente und Handlungsstrategien aufzuzeigen, um Kinder- und Jugendarbeit, Schule und Schulsozialarbeit „queersensibler“ zu machen.

https://www.queere-fachkonferenz.de/

ACHTUNG: Anmeldefrist: 16.05.2021

Die Veranstaltung wird vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Initiative „OÖ schnuppert“ - Schnupperplätze für Jugendliche in ganz Oberösterreich

Um Jugendliche beim Finden eines Schnupperplatzes zu unterstützen haben die WKO OÖ, die AK OÖ, das AMS OÖ, das Wirtschaftsressort des Landes OÖ, die Bildungsdirektion OÖ und der Landesverband der OÖ Elternvereine gemeinsam die Initiative „OÖ schnuppert“ gestartet. Ziel ist es, Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen und Möglichkeiten zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben zu eröffnen.

Über die digitale Plattform www.ooe-schnuppert.at stehen über 1600 Schnupperplätze für zur Verfügung. Die Datenbank wird laufend erweitert. Gesucht werden kann nach Interessen, Lehrberufen oder im Umkreis des Wohnorts.

Auf der Homepage www.ooe-schnuppert.at sind auch Tipps und Informationen über aktuelle Bestimmungen zu finden und es wird ein Überblick über Angebote und Hilfestellungen in Form von Kurzinfos und weiterführenden Verlinkungen für Jugendliche, Eltern und Schulen geboten.

Beschränkte Jugend!? Jugendliche Lebenslagen, Bedürfnisse und Perspektiven in Krisenzeiten

Die ehemalige Streetworkerin, Veronika Kuran sagte 2013: „Jugendliche brauchen mutige Erwachsene, die bereit sind, sich wirklich einzulassen und die ihren Übermut und Lebenshunger aushalten. Sie brauchen Erwachsene, die bereit sind, zur Verfügung zu stehen und Orientierung zu geben. Erwachsene, die bereit sind Antworten zu versuchen auf die vielen Fragen und auf alles, was nicht ausgesprochen werden kann, weil die Worte noch fehlen. Sie brauchen Zugehörigkeit und Teilhabe, sie brauchen Räume zur Begegnung und zum Üben, sie brauchen Schutz und Sicherheit und Möglichkeiten sich zu probieren, ohne sich zu verletzen. Und sie brauchen unsere Zeit, unsere Geduld und unser Vertrauen.“  

Jene unterstützende Erwachsene trafen sich am 23. März 2021 zur online Tagung „Beschränkte Jugend!? Jugendliche Lebenslagen, Bedürfnisse und Perspektiven in Krisenzeiten“. Seit 20 Jahren wird die Fachtagung  vom Institut Suchtprävention der pro mente OÖ und vom Verein ISI veranstaltet und sie wurde heuer von 400 Personen, die beruflich im Bereich Jugend tätig sind, besucht.

Vier Expert.innen beleuchteten Themen rund um die Jugend und Corona-Krise aus Sicht der Jugendforschung, der Jugendpsychiatrie und der offenen Jugendarbeit. Zwischen den Beiträgen gab es für die Teilnehmer.innen die Möglichkeit sich in Breakout-Sessions in Kleingruppen über das Gehörte auszutauschen.

Mathias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung und Kulturvermittlung sprach über „Generation Corona? Was die Jugend aktuell belastet und wie die Krise eine ganze Generation prägen wird!“ Herr Rohrer präsentierte aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass sich trotz einer immer noch hohen Lebenszufriedenheit, die Zukunftsperspektiven junger Menschen durch die psychische Belastung der Corona-Krise stark verändert haben. 69 % der jungen Menschen glauben nicht mehr daran, es im Leben einmal besser zu haben als ihre Eltern. Junge Menschen haben weiterhin ein starkes Bedürfnis nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit in der Freizeit; die Krise macht aber den Wunsch nach Sicherheit und Stabilität in Familie, Beruf und Ausbildung deutlich sichtbar. Besonders ausgeprägt sind die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, vor einer Wirtschaftskrise und vor Verzögerung und Entwertung ihrer Bildungsabschlüsse.

In seinem Vortrag referierte Univ.-Prof. Dr. Paul Plener aus Sicht der Jugendpsychiatrie über „Jugend und Corona: Krise und Entwicklung“. Die Corona Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen in den Lebenswelten der jungen Menschen sind starke Stressoren und erhöhen die psychischen Belastungen. Die Häufigkeit von depressiven Symptomen, Suizidgedanken und Angststörungen hat sich im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten deutlich erhöht. Zudem sei ein Anstieg an häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Der Jugendpsychiater sieht aber auch das Potenzial vieler junger Menschen zur positiven Bewältigung der Krise, der innerfamiliäre Zusammenhalt wächst und der Stellenwert der Schule als ein positiver Sozialisationsort wird erkannt. Jugendliche entwickeln adäquate Krisenbewältigungsstrategien: sie erlernen alternative Arbeits- und Kommunikationsformen,  bewegen sie sich vermehrt an der frischen Luft und werden erfinderischer in der Freizeitgestaltung.

Mag. Stefan Leyerer stellte den Workshop „FAKE off – Nachdenken über Wahrheit, Wahrnehmung, Wissen und Medien“ vor. Dieses niedrigschwellige und akzeptanzorientierte Bildungsangebot widmet sich dem kritischen Umgang mit Informationen und (Falsch-) Meldungen auf Social Media Plattformen. Der Streetworker sprach über die Wichtigkeit einer offenen und konstruktiven Gesprächshaltung. Ziel des Projekts ist die Unterstützung junger Menschen bei der Entwicklung von psychosozialen Kompetenzen wie kritisches Denken und Selbstreflexionsfähigkeit. 

Der Abschlussbeitrag kam von Mag.a Katharina Röggla „Corona hat mein Hirn gef***t! Plädoyer für einen lebensweltorientierten Umgang mit Corona in der offenen Kinder- und Jugendarbeit“. Mag.a Röggla tritt für eine lebensweltorientierte Fachlichkeit im Umgang mit jugendlichem Risikoverhalten auch zu Pandemiezeiten ein. Es ist wichtig, an den Grundprinzipien (akzeptierende Haltung, Lebenswelt- und Ressourcenorientierung) der mobilen Jugendarbeit festzuhalten, auf bewährte Zugänge und Methoden zu setzen und die Risikokompetenzen der jugendlichen Zielgruppen zu stärken.

Wir feiern: 100 Jahre Weltfrauentag am 8. März

und 20 Jahre Girls Day OÖ am 22. April 2021

Seit 1921 wird am 8. März jährlich der Internationale Frauentag gefeiert. Vor 110 Jahren, am 19. März 1911, gingen in den vier europäischen Ländern Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz und in den USA mehr als eine Million Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Weltweit kämpften ab Ende des 19. Jahrhunderts Frauen- und Arbeiterinnenbewegungen für Gleichberechtigung, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Hauptforderung war das aktive und passive Wahlrecht für Frauen.

…1918 führte Österreich das allgemeine Wahlrecht für Frauen ein. Doch noch immer haben nicht alle Frauen auf der Welt das Wahlrecht: In Saudi-Arabien gibt es das Frauenwahlrecht erst seit 2015 in Bhutan dürfen Frauen bis heute  nicht wählen.
… seit 1945 sind in Österreich alle Studien an den Universitäten gesetzlich für beide Geschlechter geöffnet.
… im 1975 erklärten die Vereinten Nationen den 8. März zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“.
…seit 1978 sind Schwangerschaftsabbrüche in Österreich straffrei. Polen, Malta, Andorra und San Marino haben heute noch äußerst restriktive Gesetze und sogar Verschärfungen des Abtreibungsrechtes.
… 1979 wurde in Österreich das Gleichbehandlungsgesetz beschlossen.
… 1982 hat sich die österreichische Bundesregierung verpflichtet an der Beseitigung jeder Form der Diskriminierung von Frauen zu arbeiten.
… 1993 wurde auf der Menschenrechtsweltkonferenz in Wien festgelegt, dass die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vorrangige Ziele der internationalen Gemeinschaft sind. Es wurde zwar schon Einiges erreicht, aber es gibt weltweit noch viel zu tun!
… 1997 trat das österreichische  Gewaltschutzgesetz in Kraft.
… 2001 fand der erste Girls Day OÖ statt.
…. 2009 wurde die Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung verankert und das Gendern eingeführt.
…2017 MeToo und die Time’s-Up-Bewegung zeigen, dass sexualisierte Gewalt immer noch ein aktuelles, internationales Problem ist.

Ein ORF-TV-Schwerpunkt ab 1. März unter dem Motto „SICHTBAR MACHEN“ widmet sich dem Thema mit Dokus, Reportagen, Magazinen, Spielfilmen und einer Imagekampagne, die am 8. März 2021 startet und starke Frauen der Zeitgeschichte und Gegenwart ins Rampenlicht rückt. Weitere Infos dazu unter Sichtbar machen ORF.

Die Radiosender FM4 und Ö1 widmen dem Weltfrauentag zahlreiche Sendungen, der Ö1-Schwerpunkt ist unter https://oe1.ORF.at/frauentag abrufbar. Auch Radio FRO sendet 24 Stunden feministisches Programm am Internationalen Frauentag am 8. März.  www.fro.at

Kurze Haare tragen, ein eigenes Bankkonto eröffnen, den Nachnamen behalten, Medizin studieren, sich einen Job in der Forschung oder Technologie aussuchen und am Arbeitsplatz gleich behandelt werden: wir haben schon viel geschafft, aber es ist noch immer viel zu tun!
Der Girls Day OÖ will seit 20 Jahren die Aufmerksamkeit der Mädchen auf ihnen unbekannte Berufe bzw. Studienrichtungen lenken, gängige Vorurteile abbauen und eine Berufswahl jenseits von Klischees erleichtern. Eltern, Schulen und Betriebe sollen auf das Potenzial der Mädchen aufmerksam gemacht werden. Unternehmen wird ermöglicht, interessierte, motivierte Mädchen für sich zu gewinnen.
Der Girls Day 2021 findet digital statt. Auf die Mädchen warten spannende Module mit unterschiedlichen Themen wie:

  • Reflexion von Rollenbildern,
  • Kennenlernen des gesamten Spektrums an Lehrberufen,
  • Einblicke in den Berufsalltag gewinnen,
  • Fokussierung auf Stärken und Interessen unabhängig von Geschlecht.

Weitere Informationen unter www.girlsday-ooe.at

resp@ct for yougend

resp@ct ist ein niederschwelliges Angebot, das Jugendliche dabei unterstützt schulische und berufliche Perspektiven zu entwickeln. resp@ct lädt dazu ein  neue Leute kennenzulernen, sich zu unterhalten und Spaß zu haben.

Jugendliche und junge Erwachsene können während den Öffnungszeiten vorbei kommen, sich mit den Mitarbeiter.innen des Projekts austauschen und ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen entfalten.

resp@ct bietet folgende Aktivitäten und Beschäftigungsmöglichkeiten an:

  • art f@ctory – kreatives Gestalten und werken, musizieren, ….
  • cre@te & taste – gemeinsam kochen und essen
  • mind sp@ce – denken,  lernen, verschiedene Workshops
  • n@ture & action – garteln, sporteln und bewegen, Ausflüge,..
  • resp@ct band – Liedtexte selber schreiben, Beats bauen, gemeinsam musizieren, Musikvideos aufnehmen
  • Mädchen@treff – gemeinsam Kochen, quatschen und / oder über interessante Themen diskutieren, neue Mädchen kennenlernen,….

resp@ct ist ein Angebot der pro mente Jugend in Linz und Linz-Land und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren, die weder in Arbeit, Ausbildung, Schulung noch in einem Beschäftigungsverhältnis sind.

Im Video berichten Mitarbeiter.innen, Jugendliche und Vernetzungspartner.innen über das Projekt und was es so besonders macht.

Virtueller Messestand „AusBildung bis 18“ ist jederzeit erreichbar

Wie zahlreiche andere Veranstaltungen fand die Berufsinformationsmesse Jugend &Beruf im Oktober 2020 virtuell statt. Unter den mehr als 500 Aussteller.innen befand sich – wie gewohnt –  auch der Messestand der Initiative AusBildung bis 18.

Von 20. bis 24. Oktober 2020 standen die Mitarbeiterinnen der KOST und die Jugendcoaches  AusBildung bis 18 OÖ in Live-Chats den Besucher.innen zur Verfügung.

Der Messestand AusBildung bis 18 bleibt ganzjährig digital bestehen und kann zeit- und ortsunabhängig besucht werden.

Ganze Schulklassen oder einzelne Interessent.innen können sich hier im Rahmen der Berufsorientierung jederzeit umfassend über Themen zu Ausbildung & Beruf und über die Initiative AusBildung bis 18 informieren, Materialien herunterladen und Videos anschauen. Unseren digitalen Messestand erreicht man über folgenden Link:

https://digi.jugendundberuf.info/aussteller/820212

Die nächste Messe Jugend und Beruf  ist als Hybrid-Veranstaltung geplant und findet von 6. bis 10. Oktober 2021 statt. Die Initiative AusBildung bis 18 wird wieder dabei sein.

Bis dahin freuen wir uns über weitere Besucher.innen des Infostandes „AusBildung bis 18“ der Digi-Messe Jugend & Beruf.

Jugendliche stellen NEBA Angebote vor

Am Übergang von der Pflichtschule in den Beruf stehen die Jugendlichen oft vor großen Herausforderungen und suchen Orientierung. Das Sozialministeriumservice (SMS) bietet mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) verschiedene Unterstützungsangebote an.

Das Angebot AusbildungsFit (AFit) bietet jungen Menschen Begleitung und Unterstützung auf dem Weg zu einer Berufsausbildung. Sie arbeiten gemeinsam an ihren persönlichen Zielen und finden eine passende Ausbildung. Das Projekt AFit go4job Schärding hat Anfang September 2020 ein Video veröffentlicht, um über das Angebot zu berichten. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Jugendlichen im Rahmen des Neue Medien Trainings. Die Teilnehmer.innen und ihre Trainerin sprechen über ihre Ziele, ihren Erfahrungen und vor allem darüber, warum es Spaß macht das Projekt zu besuchen. Die, der Zuschauer.in erfährt von den Jugendlichen, wie sie im Alltag Basisqualifikationen und Social Skills erwerben, Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen und ihre Fähigkeiten und Kompetenzen trainieren.

Die Jugendarbeitsassistenz (JAASS) unterstützt ausgrenzungsgefährdete Jugendliche und junge Menschen mit Behinderungen eine Lehr- oder Arbeitsstelle zu finden und bei Problemen am Arbeitsplatz. Die Jugendarbeitsassistenz der Volkshilfe OÖ hat Ende Oktober 2020 einen Imagefilm über das Angebot veröffentlicht. Was die JAASS ausmacht, erfährt man auch aus Sicht der Teilnehmer.innen durch ein Videoprojekt aus dem Jahr 2015. Jugendliche zeigen in diesem Video, wie die JAASS sie bei der Lehrstellensuche unterstützt. Der Kurzfilm von Jugendlichen für Jugendliche zeigt Szenen aus individuellen Beratungsgesprächen, aber auch wie wichtig der Austausch mit Gleichaltrigen und Erfahrungen in der Gruppe sind.

AK-Webinare für Eltern

MY FUTURE – VOM TRAUM ZUM BERUF

Die AK Oberösterreich bietet zwischen 9. und 20. November 2020 kostenlos Online-Seminare und Beratungen zur Bildungs- und Berufsorientierung an. Die Themen reichen vom Wunschberuf, über  Berufswahlentscheidung und Erkennen von Stärken bis hin zu Zukunftsberufen und konkreten Schritten, sobald die Berufswahl getroffen ist. Jeweils ein Webinar wird auch in türkischer und serbokroatischer Sprache abgehalten.

Zusätzlich zur Webinar-Reihe bieten die Bildungsexpertinnen und -experten der AK Onlineberatungen zu individuellen Fragen der Bildungs- und Berufsorientierung an.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.ooe.arbeiterkammer.at/myfuture  oder  entnehmen Sie aus dem MyFuture – vom Traum zum Beruf Folder.

Sie können Ihr Kind bei der Berufsentscheidung unterstützen! Melden Sie sich hier an und seien Sie dabei!

Sie können tolle Preise beim Gewinnspiel gewinnen! Unter den Webinar-Teilnehmer.innen werden Tablets, Powerbanks, Webcam Covers und noch mehr verlost.

„Jugend & Beruf“ goes digital

DIGI-Messe Jugend & Beruf – die virtuelle Berufsinformationsmesse hat gestartet!
#JugendundBeruf

https://digi.jugendundberuf.info/aussteller/820212

Wir freuen uns auf deinen, Ihren Besuch!

Virtuelle Berufsinformationsmesse von 20. – 24. Oktober 2020

Die größte und vielfältigste Berufsinformationsmesse Österreichs „Jugend & Beruf“ kann heuer aufgrund der einzuhaltenden Vorsichtsmaßnahmen nicht in gewohnter Form stattfinden.                   Als Antwort auf die aktuelle Situation hat das Organisationsteam ein innovatives Alternativangebot entwickelt: Die Messe im Jahr 2020 wird digital durchgeführt.

Die Besucher.innen haben die Möglichkeit, eine virtuelle Messehalle aufzusuchen und sich über weiterführende Schulen, Ausbildungsmöglichkeiten und Lehrberufe zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Die Messestände bieten vielseitige Informationen zum Thema Ausbildung & Beruf.

In der Messehalle findet man – wie gewohnt – Messestände von Beratungsstellen und Unterstützungsangeboten, die bei der Wahl der passenden Ausbildung und bei der Berufsorientierung junger Menschen zur Seite stehen. Weitere Bereiche reichen von Schulen sowie Aus- und Weiterbildungsangeboten bis zu Studium und Fachausbildungen. Selbstverständlich präsentieren sich bei der virtuellen Messe auch zahlreiche Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen und geben einen umfassenden Einblick über die Vielzahl der Lehrberufe. Die Messebesucher.innen können Informationsmaterialien sammeln, Videos anschauen, an Workshops teilnehmen und via Chat- bzw. Videofunktion persönlich mit den Aussteller.innen in Kontakt treten.

Die Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 OÖ ist bei der Veranstaltung ebenfalls vertreten. Wir laden alle Jugendlichen und interessierte Erwachsenen herzlich ein, unseren Messestand zu besuchen!                                                                                                                      #jugendundberuf

 
 

Das Jugendcoaching im Radiointerview

Radio Fro strahlte Mitte Juli 2020 eine spannende und empfehlenswerte Sendung über das Leben und Perspektiven von Strafgefangenen aus.

Im FROzine sprachen Doris Bammer (Jugendcoach, Justizanstalt Linz/Asten) und Florian Baumgartner (Seelsorger, Justizanstalt Suben) über ihre Arbeit, über das Leben „hinter Gittern“ sowie den Umgang mit inhaftierten und haftentlassenen (jungen) Menschen.

Die Diskussion ging den Fragen nach…
…was Jugendcoaching in der Justizanstalt anbieten kann?
…was Jugendliche und  junge Menschen in der Justizanstalt beschäftigt?
…wie das Jugendcoaching junge Menschen auf die Haftentlassung und die Zeit danach vorbereitet?
…was es für die (berufliche) Zukunft bedeutet, eingesperrt zu sein?
…worin im Gefängnisalltag die Probleme liegen und wie die Gesellschaft (und der Arbeitsmarkt) mit Haftentlassenen umgeht?

Am Ende des Gesprächs erfahren wir aus Perspektive der beiden Interviewten, welche Herausforderungen haftentlassene Menschen meistern müssen und welche Ressourcen, Ansätze, Projekte und Möglichkeiten eine Besserung erzielen könnten.

Die Sendung „FROzine: Helfen oder Strafen – was sollte die moderne Gesellschaft über das Leben hinter Gittern wissen?“  kann auch auf DorfTv nachgehört und gesehen werden: https://dorftv.at/video/33780  

Verlieren wir durch die Corona-Krise die Zielgruppe der AusBildung bis 18?

In der derzeitigen Krisensituation zeigt sich, dass Ausbildung bzw. Lehre und Schule nicht nur die Funktion der Wissensvermittlung und deren Überprüfung, sondern auch eine psychosoziale Aufgabe für die Gemeinschaftserfahrung haben. Junge Kinder und Jugendliche aus sozio-ökonomisch schwierigen Verhältnissen treffen die Einschränkungen zur Reduktion der Ausbreitung des COVID-19 am stärksten. Bei sozio-ökonomisch benachteiligten Familien sind häufig beengte Wohnverhältnisse vorzufinden, d. h. es gibt wenig Rückzugsmöglichkeit für die Familienmitglieder. Zudem gibt es oft wenig Unterstützung seitens der Eltern, diese sind mit der Bewältigung der eigenen Probleme beschäftigt (Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, …).

Bildungsexpert.innen sprechen davon, dass die Leistung nachzuholen nichts bringt, es ginge vor allem darum, Druck weg zu nehmen (Stefan Hopmann im Standard 18.05.2020). Kritik wird auch am E-learning geübt: Soziale und ökonomische Unterschiede werden damit zugespitzt. 

Eine online-Umfrage an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien zur Frage „Wie erleben Kinder und Jugendliche die Isolation in der Familie?“ (berichtet im Standard vom 18.05.2020) zeigt ganz klar, dass Schule und betriebliche Ausbildung eine wichtige Alltagsstrukturierung geben. Eltern geben an, dass den Kindern der geregelte Tagesablauf fehlt. Kinder und Jugendliche sorgen sich  um die Gesundheit der Familienangehörigen, die eigene Gesundheit. Zudem klagen die Kinder und Jugendlichen über Langeweile und Einsamkeit, Müdigkeit und Erschöpfung. Insbesondere stellen der Verlust an Tagesstruktur, physischen Sozialkontakten und des gewohnten Umfeldes eine große Belastung dar. Diese Kinder und Jugendlichen müssten jetzt besonders achtsam und duldsam begleitet werden. Die Isolationszeit muss im gegenseitigen Austausch über die Erfahrungen mit der Corona-Situation auch Thema bleiben.

Der Germanist Hannes Schweiger (im Standard vom 08.05.2020) spricht davon, dass bereits vorhandene Bildungsbenachteiligungen durch die aktuelle Situation verstärkt werden. Kinder und Jugendliche, die auf der Strecke bleiben, sind vor allem jene in Deutschförderklassen. Diese werden nämlich im Sommer trotz der coronabedingten Ausnahmesituation auf ihre Deutschkenntnisse getestet und müssen bei mangelhafter Leistung im Herbst die Klasse wiederholen. Herbert Altrichter (School of Education, Universität Linz) kritisiert am Wiederstart des Schulbereichs die Fixierung auf Prüfungen. Das Bildungsnetzwerk „Teach for Austria“ berichtet davon, dass im März bereits zu 20 Prozent der Kinder der Kontakt verloren wurde (Standard, 25.04.2020) und  die Bildungsschere noch weiter auseinandergehen wird.

Laut Standard vom 19.05.2020 stehen aktuell den 4.000 offenen Lehrstellen 8.000 Lehrstellensuchende gegenüber. Nach einer Studie von Johann Bacher (Institut für Soziologie, Universität Linz) sind 7.500 Lehrstellen in Gefahr, in den Oberösterreichischen Nachrichten wird geschrieben, dass 10.000 Lehrstellen gefährdet sind. Das heißt, die Arbeitslosenzahl der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren wird unweigerlich steigen. Das AMS berichtet von einem Einbruch am Lehrstellenmarkt von knapp drei Viertel. Besonders betroffen sind die Tourismusbranche und die Gastronomie. Selbst in Branchen die vormals intensiv Lehrlinge rekrutiert haben, sind die offenen Stellen stark rückläufig, z. B. Metall- und Elektroberufe um rund 26 Prozent.
Die Branchen Handel und Verkehr suchen weiterhin Lehrlinge.

Johann Bacher und Dennis Tamesberger sehen folgende Ansatzpunkte als Rettungspakete für junge Menschen (awblog 24.04.2020):

  • Fortsetzung und Ausbau von Coaching- und Unterstützungsstrukturen
  • Bessere finanzielle Absicherung von Studierenden (Stipendien)
  • Erhöhung des Arbeitslosengeldes
  • Keine Kürzungen der Ausbildungshilfe in der überbetrieblichen Lehrausbildung und in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen
  • Ausweitung von niederschwelligen Ausbildungs- und Beschäftigungsformen
  • Ausbau von qualitativer Betreuung/Beratung/Therapie von spezifischen Zielgruppen
  • Ausbau einer sozialraumorientierten Jugendarbeit
  • Unterstützung bei technischer Ausstattung und der digitalen Kompetenzen von ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen
  • Jobgarantie für alle jungen Erwachsenen (19 ­– 24 Jahre)

In Summe ist festzuhalten: Junge Menschen sind besonders von den Restriktionen der Bundesregierung zur Eindämmung des Corona-Virus betroffen.
Es wird eine Verknappung des Angebots an offenen Lehrstellen geben und Jugendliche werden häufiger von einem Verlust der Lehrstelle betroffen sein. Längerfristige Arbeitslosigkeit führen im späteren Leben zu einer geringeren Lebens- und Arbeitszufriedenheit, zu einem schlechteren Gesundheitszustand, geringeren Einkommenschancen und zu erhöhtem Arbeitslosigkeitsrisiko. Besonders in der Jugendphase spielen Erwerbstätigkeit und (Aus-)Bildung eine wesentliche Rolle für die Sozialisation und die Identitätsfindung. Diese Sozialräume waren für zwei Monate überhaupt nicht zugänglich, jetzt nur im eingeschränkten Ausmaß und mit strengen Regeln versehen.

Auf Sicht sind die Auswirkungen auf die Erfüllung der Ausbildungspflicht offen. Die Erfahrung der Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 zeigt, dass bereits jetzt viele Jugendliche aufgrund der aktuellen Situation Befürchtungen haben, keine Lehrstelle zu finden bzw. die Lehrstelle zu halten.

Zum Nachlesen bzw. verwendete Quellen:

https://www.derstandard.at/story/2000117514289/viel-leere-am-lehrstellenmarkt
https://www.nachrichten.at/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/in-oesterreich-sind-10000-lehrstellen-gefaehrdet;art467,3258842
https://www.derstandard.at/story/2000117543651/wenn-der-natuerliche-taktgeber-schule-wegfaellt?
https://www.derstandard.at/story/2000117376319/kinder-die-auf-der-strecke-bleiben
https://www.derstandard.at/story/2000117104048/schueler-aus-benachteiligten-familien-offline-und-abgehaengt
https://awblog.at/215-500-kinder-in-beengten-wohnungsverhaeltnissen/
https://awblog.at/corona-gefahr-verlorene-generation/

Das ist Offene Jugendarbeit in Österreich - E+ JiA

Ein Studienbesuch in Österreich durchgeführt vom Jugendzentrum Perg

Im Winter fand ein internationaler 6-tägiger Studienbesuch im Rahmen des Programmes Erasmus+ Jugend in Aktion zum Thema Offene Jugendarbeit in Österreich in Wien, Innsbruck, Linz und Perg statt. Ziel war es, mit 36 ExpertInnen aus der offenen Jugendarbeit aus Armenien, Lettland, Norwegen, Österreich, Palästina und Russland die offene Jugendarbeit zu diskutieren und jeweils von den anderen zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich auszutauschen, um Projekte für Jugendliche zu entwickeln.
„Erasmus+ Jugend in Aktion“ – Projekte stärken Jugendliche in ihrer Entwicklung und durch Angebote non-formaler Bildung wird dieser Zielgruppe das Lernen durch Erleben und Selbsterarbeitung von Themen schmackhaft gemacht. Bei einer Jugendbegegnung treffen sich Jugendliche aus verschiedenen Ländern, um sich gemeinsam mit einem Thema zu beschäftigen, das sie selbst und/oder andere Menschen betrifft, z.B. Arbeitslosigkeit, Job, Armut, Rassismus, Sport, Musik, Umweltschutz.

Karin Peham-Strauß und JugendarbeiterInnen aus Österreich führten durch die Bundesländer, Wien, Tirol und Oberösterreich um die Praxis in Österreich kennenzulernen und Beispiele und Methoden anzusehen die zu neuen jugendbezogenen Projekten führen können, sowohl auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene.

Den JugendarbeiterInnen und ExpertInnen wurde bei einer Reise durch Österreich die nationale OJA gezeigt und es wurde viel verglichen, ausgetauscht und so manch eineR wird wohl das „Gesehene“ und „Erfahrene“ in seine Realität umsetzen.

In Wien wurden die boJA, POYWE (professional open youth work in Europe – der europäische Verein der offenen Jugendarbeit) und zwei Jugendzentren besucht. Im Rahmen des Innsbruck-Besuchs besichtigte die Gruppe das InfoEck, wo die Teilnehmenden über die Projekte (E+ Jugend in Aktion) und Möglichkeiten der Jugendinfo Tirol, aber auch die Fördermöglichkeiten des Landes für die Jugendarbeit informiert wurden. Mittagessen gab es im Jugendzentrum „mk“ und den Abschluss bildete ein Besuch im städtischen Jugendzentrum Tivoli, wo vor allem auch die Arbeit mit Jugendlichen mit weniger Chancen gezeigt wurde sowie deren Zugang und Verständnis zur Offenen Jugendarbeit.

In Linz ging es dann ins Landesjugendreferat und Jugendservice, wo man Vergleiche mit dem Land Tirol anstellen konnte. Den Abschluss bildete die lokale offene Jugendarbeit mit dem Jugendzentrum in der Stadt Perg und in Luftenberg, einer sehr kleinen Gemeinde im Bezirk Perg. Die TeilnehmerInnen konnten somit einen Einblick und Überblick in die OJA von Österreich gewinnen.